Exkursion nach Speyer am 22.04.2016

 

Unterwegs auf dem Weg zum Klimaschutzkonzept

- Klimarat zur Exkursion in Speyer -

(Lk) „Wir wollen kein Konzept für die Schublade, sondern dass davon auch etwas umgesetzt wird!“

Dass das nicht nur ein Wunsch des Ersten Beigeordneten Martin Engelhard für die Verbandsgemeinde Bad Bergzabern bleiben muss, zeigte die Exkursion des Bad Bergzaberner Klimarates nach Speyer am vergangenen Freitag, 22. April 2016.

Die Domstadt hat bereits Ende des Jahres 2010 ihr Klimaschutzkonzept durch den Stadtrat beschlossen. Orientiert an den formulierten Zielen wurde ein Maßnahmenkatalog erstellt. Seither ist die Stadt Speyer in unterschiedlichsten Bereichen auf dem Weg zu „100 % regenerativ“ bis im Jahr 2040. Der Geschäftsführer der Stadtwerke, Wolfgang Bühring, und Fabienne Mittmann, die Klimamanagerin der Stadt Speyer, informierten sichtlich überzeugt über Leitbild, Ziele und Maßnahmen.

Den Bad Bergzaberner Klimaräten wurde vor Ort das Nahwärmekonzept für das Quartier Normand, ein ehemals französisches Kasernengelände, vorgestellt. Hier entstand durch die Kombination aus Alt- und Neubauten ein attraktives Wohnviertel mit unterschiedlichen Wohnmöglichkeiten für Alt und Jung und einem Einkaufsmarkt. Der gesamte Wärmebedarf des Viertels wird zu zwei Dritteln durch den Einsatz eines Holzhackschnitzelkessels gedeckt, der Rest über Gas, ein Blockheizkraftwerk und Solarzellen. Mit diesem umweltverträglichen Konzept können jährlich etwa 610 Tonnen CO2 eingespart werden. Herr Sohn und Herr Dörr von der Abteilung Energiedienstleistungen/Erneuerbare Energien der Stadtwerke Speyer führten die Besucher durch die Anlage und erläuterten die Technik der Heizzentrale.

Die Umweltwissenschaftlerin Fabienne Mittmann stellte ihre Aufgaben als Klimamanagerin der Stadt Speyer vor. Als städtische Mitarbeiterin ist sie Ansprechpartner in Sachen Klimaschutz in allen Bereichen, die die Stadtentwicklung betreffen. Private und Gewerbetreibende, Kindergärten, Schulen, Baumaßnahmen - überall gilt es, die gesteckten Klimaschutzziele ins Bewusstsein und vielfältig zum Umsetzen zu bringen. Dabei geht es oft sehr kreativ zu. Das Leitbild, auf das sich alle Stadtratsfraktionen geeinigt haben, dient dabei als zentrales Instrument, „um Ideen zu generieren und Akteure zu vernetzen“, erklärte die engagierte Klimamanagerin. Beispielhaft nannte sie die Aktion „Stadtradeln“ als Anreiz, mehr Rad zu fahren und damit einhergehende Aktionen zur Verbesserung der städtischen Radinfrastruktur. Frau Mittmann stellte weiter die Speyerer Thermografiebildaktion vor, ein besonderes Angebot für Hausbesitzer, ihre Häuser auf Wärmeverlustquellen zu untersuchen, verbunden mit kostenfreien Beratungen zu verbessernden Maßnahmen. Als wichtig erachtet wird insbesondere durch die Einbindung von Schulen und Kindergärten die frühe Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für den Klimaschutz. Eine gute Vernetzung, gute Kommunikation und Offenheit seien hilfreich, neue Projekte anzugehen und umzusetzen.

Dem konnte sich auch der Oberbürgermeister der Stadt Speyer, Hansjörg Eger, nur anschließen. Das Stadtoberhaupt ist dankbar für die positive Entwicklung seiner Stadt. Das Klimaschutzkonzept sei ein Erfolg und eine spannende Herausforderung. Es gelte, jedes Projekt detailliert in den Blick zu nehmen. Er ermutigte die Bad Bergzaberner Gäste, weiter in ihrem Prozess voranzugehen und „zündende Maßnahmen zu finden“. Musterlösungen gibt es nicht …

Info für die Mitglieder des Klimarates:

Das nächste Treffen des Klimarates findet am Donnerstag, 19. Mai 2016, bereits um 16.30 Uhr in der Schloßhalle Bad Bergzabern statt.

Erinnert wird auch an die „Hausaufgaben“ des Treffens vom 14. April 2016:

„Welche der gefundenen Sätze sind aus Ihrer Sicht als Leitsätze geeignet?“

„Welche Maßnahmen finden Sie wichtig und sinnvoll, die der Zielsetzung Ihres Leitsatzes/Ihrer Leitsätze entsprechen?“

„Sprechen Sie mit Nachbarn, Freunden, Arbeitskollegen darüber und bringen Sie das Ergebnis zur nächsten Sitzung mit."